business travel after covid

Geschäftsreisen nach dem Coronavirus: Wie reisen wir künftig?

Geschäftsreisen wie wir sie bisher kannten wird es wohl in Zukunft so nicht mehr geben – oder doch? Wie werden Dienstreisen künftig in dieser “neuen Welt” nach dem Coronavirus aussehen?

Unsere neue Normalität

Die Vorstellung von Normalität scheint momentan weit entfernt. Der Vormarsch des Coronavirus und das Entstehen einer globalen Pandemie hat die Welt in nur wenigen Monaten grundlegend verändert. Regierungen, Unternehmen und vor allem die Menschen sind noch immer damit beschäftigt, sich dieser neuen Lage anzupassen.

Es wird bereits jetzt deutlich, dass sich die Reisebranche und entsprechend natürlich auch der Bereich der Geschäftsreisen ganz besonders drastischen Veränderungen unterziehen wird. Im Zeitalter einer globalen Wirtschaft stiegen auch die Zahlen der Geschäftsreisen, sodass der Ausbruch des Coronavirus besonders in diesem Bereich massive Auswirkungen hatte und auch in Zukunft noch seine Spuren hinterlassen wird. In der untenstehenden Grafik aus dem Business Insider erkennen wir, wie die Luftfahrtbranche – da die meisten Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden mussten – zum Stillstand gekommen ist. In gerade einmal vier Monaten ist der kommerzielle Flugverkehr um fast 60% eingebrochen.

Business Travel - Graphic

Der neue Status quo

Geschäftsreisende auf der ganzen Welt müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, dass sich der Alltag – einer nach den Coronavirus Lockdowns völlig veränderten Reisebranche – grundlegend von den bisherigen Abläufen unterscheiden wird. Was wird sich also ändern? Welche neuen Auflagen wird es geben? Sind Unternehmen überhaupt noch daran interessiert, ihre Mitarbeiter auf Geschäftsreisen zu schicken – nun da die Vorteile von Videokonferenzen und Home-Office deutlich geworden sind?

Zusätzlich sollte diese Pandemie ein Anlass dazu sein, über den neuen Status quo nachzudenken und nicht lediglich auf die Ereignisse zu reagieren – dies könnte als Meilenstein einer gesamten Branche neu definierter, umweltfreundlicher Geschäftsreisen gesehen werden und die Welt zu einem besseren Ort machen.

Wie wird sich unsere Einstellung zum Reisen verändern?

Jede Finanzkrise war laut zahlreicher Berichterstattungen gleichbedeutend mit dem Ende der Geschäftsreisen. Das ist natürlich eine völlig logische Schlussfolgerung, wenn die CEOs dieser Welt auf die Kosten achten müssen und die möglichen Einsparungen durch weniger Geschäftsreisen erkennen und versuchen, diese Kosten langfristig einzusparen. Viele Analysten und Kommentatoren waren sich auch einig, dass eine Krise, wie sie nach den Ereignissen des 11. Septembers entstand, das Ende des Geschäftsreiseverkehrs einläuten würde. So ist es bisher jedoch nie gekommen und der Geschäftsreiseverkehr hat in den letzten Jahren sogar zugenommen, obwohl wir uns noch immer schleppend im Schatten der globalen Finanzkrise bewegen. 

 

Sehen wir uns die Zahlen an.. 

 

Im Jahr 2018 stiegen die Ausgaben für Geschäftsreisen in den Vereinigten Staaten auf 327 Milliarden Dollar, was im Vergleich zu fünf Jahren zuvor einen Anstieg von 22% bedeutet. Dies machte etwa 40% der gesamten Reiseausgaben aus – Geschäftsreisen tragen offensichtlich zum Erfolg der Unternehmen bei und auch die Reisebranche ist auf die Ausgaben der Unternehmen angewiesen.

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Eine existenzielle Krise

Die heutige Situation lässt sich jedoch nicht anhand von Vergleichen aus der Vergangenheit beschreiben. Die meisten Rezessionen resultieren nicht in stillstehenden Motoren der Passagierflugzeuge auf der ganzen Welt, menschenleeren Flughäfen, passagierlosen Zügen und leergefegten Autobahnen. Wir haben es hier vielmehr mit einer existenziellen Krise der gesamten Reisebranche zu tun. Laut Bloomberg News hat die Ausbreitung von COVID-19 in den Vereinigten Staaten bereits Mitte März zu 50 abgesagten Veranstaltungen mit einer geschätzten Teilnehmerzahl von 940.000 Personen geführt. 

 

Künftige Reisende fühlen unsicherer als zuvor 

 

Es geht jedoch nicht bloß um die direkten Auswirkungen des Virus auf Geschäftsreisen und unser tägliches Leben. Viele Menschen werden zunächst einmal davor zurückschrecken, auf Reisen zu gehen, selbst wenn sich der Flugverkehr wieder normalisiert haben sollte. Umfragen in ganz Europa bestätigen, dass viele Menschen – in den Vereinigten Staaten ist die öffentliche Meinung hierzu weniger eindeutig – die von den Regierungen angeordneten Lockdown-Maßnahmen unterstützen. Viele Bürger Großbritanniens sind Berichten zufolge sogar besorgt über die anstehenden Lockerungen und das Ende des Lockdowns. Derartige Beobachtungen deuten nicht gerade darauf hin, dass es die Bevölkerung kaum abwarten kann, endlich wieder in den Flieger zu steigen, um Hunderte oder Tausende Kilometer durch die Welt zu reisen. 

 

Aber was ist wenn…

 

Sobald sich die Lage wieder beruhigt hat und die Zeit gekommen ist, sich wieder auf Geschäftsreisen zu begeben, werden sich viele Mitarbeiter in einer schwierigen Lage wiederfinden. Manch einer wird sich verständlicherweise die Frage stellen: „Was passiert, wenn die Fallzahlen wieder steigen, es einen Lockdown gibt und ich nicht mehr nach Hause komme?“ Auch Großveranstaltungen werden zunächst einmal mit enormen Unsicherheiten verbunden sein – viele Firmen und Veranstalter werden vorerst zögern, Konferenzen abzuhalten oder an ihnen teilzunehmen, was die unbedingte Notwendigkeit des Reisens weiter verringert.

Geschäftsreisen

Videokonferenzen

Unternehmen werden sich ganz genau ansehen, welche Lehren sie aus der Zeit des Lockdowns ziehen können. Eine der ersten Fragen, die sich Unternehmen und Mitarbeiter stellen werden: „Sind Videokonferenzen wirklich ausreichend?“ Ohne Zweifel sparen Videokonferenzen Kosten und viele Unternehmen haben bereits bewiesen, dass sie auch während des Lockdowns mit ausschließlich virtuellem Kontakt, sei es unter den Mitarbeitern oder mit den Kunden, gut funktionieren können. Aber fehlt bei diesen Meetings nicht etwas? Hat es nicht doch eine besondere Bedeutung, sich während Geschäftsreisen persönlich zu treffen, jemandem die Hand zu schütteln und gemeinsam ein Abendessen zu genießen? Es ist nur schwer vorstellbar, dass Geschäfte mit gewaltigen Ausmaßen wie Mergers & Acquisitions – teilweise lebensverändern für Tausende von Mitarbeitern – über Zoom stattfinden sollen. 

 

Auf Face-to-Face Konversationen verzichten? 

 

Wir wissen nicht, ob sich dieses Gefühl jemals ändern wird. Die letzten Monate haben jedoch deutlich gemacht, dass gewisse Dinge nur schwierig über Video vermittelt werden können. Dieses Gefühl überkam uns bereits als wir mit Freunden oder der Familie gesprochen haben – lässt sich jedoch auch auf die Geschäftswelt übertragen. Videokonferenzen haben sich zusätzlich als weniger nützlich erwiesen, je mehr Personen beteiligt waren.

 

Wenn die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt

 

Möglicherweise setzt sich die menschliche Natur und das Verlangen nach menschlichem Kontakt erneut durch, wenn wir wieder in der Lage sind, bedenkenlos persönliche Treffen abzuhalten und auf Geschäftsreisen zu gehen. Dies wäre dann eine weitere Episode in der der Geschäftsreiseverkehr eigentlich dem Untergang geweiht war, sich jedoch nicht geschlagen gegeben hat. Zusätzlich werden viele Unternehmen eine Normalisierung der Reisebedingungen zum Anlass nehmen, ihren Kunden ihr Engagement zu zeigen und zu signalisieren, dass die Geschäfte wieder wie gewohnt laufen können. Es besteht die Chance, dass sich diejenigen, die zuerst wieder auf Reisen gehen, als Gewinner dieser Krise herausstellen, wenn die Wirtschaft nach dieser längeren Zwangspause erneut an Fahrt aufnimmt.

Reisen als wichtiger Erfolgsfaktor

Viele CEOs und andere Mitglieder der Führungsetage werden sich ebenfalls auf den Weg machen müssen, um die verschiedenen Standorte ihrer Unternehmen zu besuchen. Die tatsächlichen Geschehnisse und Arbeitsabläufe vor Ort lassen sich letztlich nur eingeschränkt über Zoom oder Skype for Business bewerten.

Es geht jedoch nicht ausschließlich um globale Unternehmen, bei denen business-as-usual an der Tagesordnung steht – auch kleinere Unternehmen sind auf Geschäftsreisen angewiesen. Zurzeit finden keine Fachmessen statt, es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die Messen wieder anlaufen. Dies sind ideale Möglichkeiten für kleinere Firmen, ihren Stand einzurichten und Kontakte zu knüpfen. Eine derartige Erfahrung lässt sich nicht über einen Computer nachahmen, obwohl einige Firmen bereits versucht haben, den Weg virtueller Konferenzen einzuschlagen.

1,2,3...Rydoo!

Wie genau die Zukunft der Geschäftsreisen nun tatsächlich aussehen wird, werden wir erst erfahren, wenn wir es selbst erleben. In Hinblick auf die künftigen Entwicklungen haben wir es derzeit mit Vermutungen und Spekulationen, als mit genauen Prognosen zutun. 

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